Über Fakten und Fiktionen
Anlagen
Precedente
Alle Jahre wieder schlagen im Frühling nicht nur die Bäume und Büsche aus. Auch viele Anlagepflänzlein drängen sich vor. Darunter auch allerlei Sumpf- und Schattengewächse.
![]()
René Scheidegger, eidg. dipl. Versicherungsfachmann,
UAP Unabhängiger Allfinanz Partner AG
UAP Unabhängiger Allfinanz Partner AG
![]()
Immer wieder werden auf dem Markt Finanzprodukte mit einer vermeintlichen Rendite von 12 bis 18 Prozent angeboten. Und dies angeblich ohne Risiko. Oder sogar mit «hundertprozentiger» Garantie. Meistens werden diese so genannten Garantien vordergründig von grossen ausländischen Banken sichergestellt. Doch fast immer entpuppen sich solche Offerten schliesslich als verkappte Schneeballsysteme, wobei die vollmundigen Versprechen, mit denen sie propagiert werden, bestensfalls kurzfristig eingehalten werden, bis zum gewissermassen folgerichtigen finalen Flop.
Obwohl uns dieser Wunsch sehr vertraut und verständlich erscheint, so wird er sich doch - zumindest in 99,99 Prozent der Fälle - als eine Fiktion erweisen, die dem mechanistischen Soll-und-Haben-Prinzip unserer Leistungs- und Konsumgesellschaft diametral zuwiderläuft. Das zeigt ein kleines Gedankenspiel, bei dem wir davon ausgehen, dass die versprochene Rendite von jährlich 18 Prozent tatsächlich realisiert würde. Dann wäre es - rein materiell betrachtet - sicher am vernünftigsten, einen Kredit von sagen wir 2 Millionen Franken aufzunehmen und die ärztliche Praxis dicht zu machen. Denn bei einem sechsprozentigen Schuldzinssatz verbliebe ja immer noch eine Gewinnspanne von stolzen 12 Prozent. Und das sind alleweil netto-nette 240 000 Franken pro Jahr.
Eine Geschichte der Gebrüder Grimm? Nicht ganz, wenn man an den märchenhaften Aufstieg und Absturz der Technologieaktien denkt. Da wurden Preise für Firmen bezahlt, die diese, bei aller Innovations- und Schaffenskraft, auch in Jahrzehnten nicht erwirtschaften konnten. Doch solange die Aktien im Trend waren, stiegen die Kurse stetig weiter, bis hinan ins Fiktionale - völlig abgelöst von den Fakten, von den handfesten Realitäten.
Doch weil die Erfahrung lehrt, dass die Erfahrung gar nichts lehrt, wird der Traum vom grossen Glück oder vom grossen Goldregen wohl noch nicht so schnell ausgeträumt sein. Mit «hundertprozentiger» Garantie ...
Der Traum vom Glück
Woran mag es wohl liegen, dass sich der Homo sapiens schon seit Menschengedenken - eigentlich ja schon seit Adam und Eva - immer wieder von falschen Verheissungen verlocken und verführen liess und immer noch lässt? Anscheinend warten die meisten von uns - ob Roulette- oder Lottospieler, ob öffentlich oder insgeheim - auf jenen grossen Coup, dank dem man sich, auf einen Schlag, von allen Lebenslasten befreien kann, und damit auch von der täglichen Arbeit.Obwohl uns dieser Wunsch sehr vertraut und verständlich erscheint, so wird er sich doch - zumindest in 99,99 Prozent der Fälle - als eine Fiktion erweisen, die dem mechanistischen Soll-und-Haben-Prinzip unserer Leistungs- und Konsumgesellschaft diametral zuwiderläuft. Das zeigt ein kleines Gedankenspiel, bei dem wir davon ausgehen, dass die versprochene Rendite von jährlich 18 Prozent tatsächlich realisiert würde. Dann wäre es - rein materiell betrachtet - sicher am vernünftigsten, einen Kredit von sagen wir 2 Millionen Franken aufzunehmen und die ärztliche Praxis dicht zu machen. Denn bei einem sechsprozentigen Schuldzinssatz verbliebe ja immer noch eine Gewinnspanne von stolzen 12 Prozent. Und das sind alleweil netto-nette 240 000 Franken pro Jahr.
Die Hoffnung aufs Paradies
Dumm wäre nur, wenn man eines Tages ärztliche Hilfe benötigen würde. Denn inzwischen hätten auch die Kolleginnen und Kollegen das paradiesische Geheimnis des schmerzlosen Geldvermehrens entdeckt und ihre Praxen aufgegeben. Und auch der Bäcker und Bauer und Metzger und so weiter würden auf den Geschmack kommen und ihre Jobs an den Nagel hängen. Und am Ende hätten sie alle permanent Freizeit. Und Geld wie Heu. Doch keiner könnte etwas kaufen dafür.Eine Geschichte der Gebrüder Grimm? Nicht ganz, wenn man an den märchenhaften Aufstieg und Absturz der Technologieaktien denkt. Da wurden Preise für Firmen bezahlt, die diese, bei aller Innovations- und Schaffenskraft, auch in Jahrzehnten nicht erwirtschaften konnten. Doch solange die Aktien im Trend waren, stiegen die Kurse stetig weiter, bis hinan ins Fiktionale - völlig abgelöst von den Fakten, von den handfesten Realitäten.
Das Märchen vom Goldregen
Das Ende kam dann mit Knall und Fall, inklusive Katzenjammer. Daran sollte man denken. Wenn möglich auch beim nächsten verführerischen, weil hochprozentigen Anlageangebot. Denn die alte Binsenweisheit, dass die Höhe der Rendite mit der Höhe des Risikos irgendwie zusammenhängt, hat durchaus auch heute noch Gültigkeit.Doch weil die Erfahrung lehrt, dass die Erfahrung gar nichts lehrt, wird der Traum vom grossen Glück oder vom grossen Goldregen wohl noch nicht so schnell ausgeträumt sein. Mit «hundertprozentiger» Garantie ...
Precedente
download (0.26 MB)
checkup 15/02
Tarmed
Die Tarmed-Zukunft hat schon begonnen
Politica sanitaria
Cassa dei medici
Razionalizzazione
«Heute herrscht hier Ärztemangel ...»
Prevenzione

