Warten auf einen Wetterwechsel
Gesundheitspolitik
Precedente
Die einen erfreuen sich an der aufgehenden Sonne, andere hoffen auf eine entspannende Abenddämmerung mit rosarotem Horizont. Wie auch immer sich die Wetterlage im Gesundheitswesen entwickelt, fest steht, dass kaum etwas feststeht und sich vielerlei wandeln wird.
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Guido Probst, Dr. med.,
Verwaltungsratspräsident der Ärztekasse
Verwaltungsratspräsident der Ärztekasse
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Der Horizont der Schweizer Ärztinnen und Ärzte präsentiert sich in diesem Jahr durchzogen bis bewegt. Geprägt wird die Stimmung durch eine bevorstehende Klimaveränderung, die in ihrer Art und in ihrem Ausmass nicht exakt vorauszusagen ist. Ob Tarmed als Kaltfront oder als leicht bewölkter Himmel daherkommen wird, wissen wir heute nicht. Einigen unter uns macht der angekündigte Wetterwechsel Beschwerden, andere freuen sich, dass dank Tarmed endlich eine Hochnebellage zu Ende geht.
Blenden wir kurz zurück, zu den ersten Beschlüssen, die wir in der Ärztekammer vor über 10 Jahren für einen Einzelleistungstarif der Zukunft gefällt haben. Darauf folgten über 5 Jahre mit unzähligen Expertengesprächen, dann der mühselige Durchgang durch die politischen Mühlen und schliesslich, während fast zweier Jahre, die von FMH und Ärztekasse im ganzen Land durchgeführten Informationsveranstaltungen, bis nach 1998 vermeintliche Ruhe eingekehrt ist. Hinter den Kulissen wurde und wird aber mit grösstem Einsatz weiter gewirkt, bis am kommenden 5. Mai eine denkwürdige Sitzung der Ärztekammer den Tarmedkreis schliessen soll.
5. Mai 2001: Ende einer unendlichen Geschichte?
Tarmed ist kein Neubeginn der Medizin, keine politische Diktatur und kein Wunderding der Betriebswirtschaft. Tarmed ist nichts mehr und nichts weniger als ein Bewertungssystem, über das intensiv und zeitaufwendig verhandelt wurde.Blenden wir kurz zurück, zu den ersten Beschlüssen, die wir in der Ärztekammer vor über 10 Jahren für einen Einzelleistungstarif der Zukunft gefällt haben. Darauf folgten über 5 Jahre mit unzähligen Expertengesprächen, dann der mühselige Durchgang durch die politischen Mühlen und schliesslich, während fast zweier Jahre, die von FMH und Ärztekasse im ganzen Land durchgeführten Informationsveranstaltungen, bis nach 1998 vermeintliche Ruhe eingekehrt ist. Hinter den Kulissen wurde und wird aber mit grösstem Einsatz weiter gewirkt, bis am kommenden 5. Mai eine denkwürdige Sitzung der Ärztekammer den Tarmedkreis schliessen soll.
Für Offenheit, gegen Okkultismus
Wie auch immer dieser Tarmed schliesslich aussehen wird: Er wird nicht Angst und Schrecken über die Ärzteschaft bringen – einmal von den Radiologen abgesehen. Denn Tarmed ist wie gesagt nur ein Bewertungssystem, dessen Anwendung wir lernen werden. Basta. Deshalb kann uns das eine und andere Detail, das wir heute noch nicht kennen, auch nicht schon heute aus der Ruhe bringen. Zudem sind wir uns doch bewusst, dass sich dieses System auch künftig immer wieder verändern wird, wie das gesamte Gesundheitswesen. Dabei soll alles immer im offenen Zusammenwirken der Verhandlungspartner geschehen – von denen wir uns allerdings eines nicht gefallen lassen werden: die okkulte Einführung eines Soft-Globalbudgets. Damit würden nämlich nicht nur die Ärzte für dumm verkauft, sondern auch die Patientinnen und Patienten, die sich um ihre Leistungen bald einmal betrogen fühlen müssten.Precedente
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