Projekt mit Perspektiven
TrustCenter
Precedente
Die Vereinigung Zentralschweizerischer Ärztegesellschaften hat den Aufbau einer interkantonalen Datensammelstelle eingeleitet, mit deren technischer Betreuung die Ärztekasse beauftragt wurde. «checkup» befragte dazu Dr. med. Walter Häuptli, den Spiritus Rector dieses zukunftweisenden Projekts, und Ulrich Riesen, den Leiter der Ärztekasse Zentralschweiz.
![]()
«checkup»: Was waren die Gründe, Herr Dr. Häuptli, die Sie bewogen haben, sich für die Projektierung und Realisierung einer Datensammelstelle einzusetzen?
Dr. Häuptli: Einerseit die permanente Diskussion über die Gesundheitskosten, andererseits die ausgesprochen schlechte Datenlage und die bevorstehende Tarmed-Einführung. Da dabei, zumindest für eine gewisse Zeit, «Kostenneutralität» gefordert wird und es möglicherweise Ärztegruppen gibt, die durch den neuen Tarif bedroht werden, ist es ganz entscheidend, dass wir die heutigen Kosten und ihre Entwicklung nach dem Tarmed-Start kontrollieren können. Das aber ist nur zu machen, wenn die entsprechenden Daten systematisch gesammelt und ausgewertet werden, und zwar von uns Ärzten. Denn um die Kontrolle effizient und zeitgerecht durchzuführen, können wir uns nicht mehr wie bisher auf die Datensammler der Versicherer verlassen, da diese frühestens 6 Monate nach der Tarifeinführung in der Lage sein werden, sich ein Bild über die veränderten Kostenverhältnisse zu machen. Darüber hinaus ist es aber auch von grundsätzlicher Bedeutung, dass wir Ärzte unsere Daten selbst in der Hand haben, wenn wir auf die Entwicklungen nicht nur reagieren, sondern sie aktiv mitgestalten wollen – und das wollen wir ja.
«checkup»: Um was für Daten geht es denn eigentlich? Und wie kommen sie zur Sammelstelle?
Dr. Häuptli: Die Daten, die gesammelt werden, betreffen das abgerechnete Leistungsspektrum, korreliert bezüglich Geschlecht und Alter. Es geht also nicht um Diagnosedaten, sondern um Leistungsdaten, aus denen der Patient nicht erkennbar ist. Für den Transfer dieser Daten von der Arztpraxis zur Datensammelstelle werden gewisse Anpassungen der vorhandenen Software notwendig sein. Da bei der Tarmed-Einführung die EDV in vielen Praxen ohnehin erneuert werden muss, wird man diese Anpasssungen ohne grossen Mehraufwand zu diesem Zeitpunkt vornehmen können. Bis es so weit ist, arbeiten wir, im Rahmen eines Pilotversuchs, mit Daten, die uns von Mitgliedern der Ärztekasse zur Verfügung gestellt werden.
Riesen: Nachdem die Zentralschweizer Ärztegesellschaften die Ärztekasse mit der technischen Betreuung der Datensammelstelle beauftragt hatten, haben wir jene Kassenmitglieder in unserer Region zur Teilnahme an diesem Pilotprojekt eingeladen, die bereits heute elektronisch abrechnen. Von den angeschriebenen Ärztinnen und Ärzten hat sich die überwiegende Mehrzahl zum Mitmachen entschlossen – ein Ergebnis, das uns optimistisch stimmt und für die weitere Entwicklung des Projekts gute Voraussetzungen schafft.
«checkup»: Wie steht es denn mit dem Datenschutz?
Riesen: Die Ärztekasse hat sich ausdrücklich verpflichtet, der Datensammelstelle nur anonymisiertes Datenmaterial zur Verfügung zu stellen. Zudem sind alle Mitarbeiter der Ärztekasse, die ja eine «Genossenschaft der Ärzte» ist, der gleichen Schweigepflicht unterstellt wie die Ärzte selbst.
Dr. Häuptli: Obwohl wir, wie gesagt, ausschliesslich mit anonymen Leistungsdaten arbeiten, ist uns natürlich sehr bewusst, dass das äusserst sensible Bereiche sind. Deshalb werden wir in Sachen Datenschutz mit jedem einzelnen Arzt eine Vereinbarung nach strengsten Kriterien treffen, ebenso mit der Ärztekasse, welche die gelieferten Daten nur im Auftrag und Sinne der Ärztegesellschaften verwerten kann, wobei die Datenhoheit beim einzelnen Datenlieferanten bleibt.
«checkup»: Was hat Sie veranlasst, das technische Management der Datensammelstelle an die Ärztekasse zu übertragen?
Dr. Häuptli: Einmal die Tatsache, dass sich die Ärztekasse schon seit Jahren erfolgreich mit elektronischer Datenauswertung befasst und in diesem komplexen Bereich über ein hervorragendes Know-how verfügt, von dem wir vielfältig profitieren können. Zum andern aber auch die Erfahrung, dass die Ärztekasse eine Institution ist, die ihre Loyalität zur Ärzteschaft immer wieder bewiesen hat.
«checkup»: Wie sehen Sie die weitere Entwicklung Ihres Projekts?
Dr. Häuptli: Nach dem Aufbau der Datensammelstelle ist ihre Ausweitung zu einem so genannten Trustcenter vorgesehen, dessen Hauptaufgabe darin bestehen wird, die Arztrechnungen auf elektronischem Wege an die Versicherer weiterzuleiten. Fernziel ist schliesslich die Schaffung einer eigentlichen Clearingstelle zur elektronischen Abwicklung der gesamten Finanzflüsse. Doch das ist im Moment noch Zukunftsmusik.
Dr. Häuptli: Einerseit die permanente Diskussion über die Gesundheitskosten, andererseits die ausgesprochen schlechte Datenlage und die bevorstehende Tarmed-Einführung. Da dabei, zumindest für eine gewisse Zeit, «Kostenneutralität» gefordert wird und es möglicherweise Ärztegruppen gibt, die durch den neuen Tarif bedroht werden, ist es ganz entscheidend, dass wir die heutigen Kosten und ihre Entwicklung nach dem Tarmed-Start kontrollieren können. Das aber ist nur zu machen, wenn die entsprechenden Daten systematisch gesammelt und ausgewertet werden, und zwar von uns Ärzten. Denn um die Kontrolle effizient und zeitgerecht durchzuführen, können wir uns nicht mehr wie bisher auf die Datensammler der Versicherer verlassen, da diese frühestens 6 Monate nach der Tarifeinführung in der Lage sein werden, sich ein Bild über die veränderten Kostenverhältnisse zu machen. Darüber hinaus ist es aber auch von grundsätzlicher Bedeutung, dass wir Ärzte unsere Daten selbst in der Hand haben, wenn wir auf die Entwicklungen nicht nur reagieren, sondern sie aktiv mitgestalten wollen – und das wollen wir ja.
«checkup»: Um was für Daten geht es denn eigentlich? Und wie kommen sie zur Sammelstelle?
Dr. Häuptli: Die Daten, die gesammelt werden, betreffen das abgerechnete Leistungsspektrum, korreliert bezüglich Geschlecht und Alter. Es geht also nicht um Diagnosedaten, sondern um Leistungsdaten, aus denen der Patient nicht erkennbar ist. Für den Transfer dieser Daten von der Arztpraxis zur Datensammelstelle werden gewisse Anpassungen der vorhandenen Software notwendig sein. Da bei der Tarmed-Einführung die EDV in vielen Praxen ohnehin erneuert werden muss, wird man diese Anpasssungen ohne grossen Mehraufwand zu diesem Zeitpunkt vornehmen können. Bis es so weit ist, arbeiten wir, im Rahmen eines Pilotversuchs, mit Daten, die uns von Mitgliedern der Ärztekasse zur Verfügung gestellt werden.
Riesen: Nachdem die Zentralschweizer Ärztegesellschaften die Ärztekasse mit der technischen Betreuung der Datensammelstelle beauftragt hatten, haben wir jene Kassenmitglieder in unserer Region zur Teilnahme an diesem Pilotprojekt eingeladen, die bereits heute elektronisch abrechnen. Von den angeschriebenen Ärztinnen und Ärzten hat sich die überwiegende Mehrzahl zum Mitmachen entschlossen – ein Ergebnis, das uns optimistisch stimmt und für die weitere Entwicklung des Projekts gute Voraussetzungen schafft.
«checkup»: Wie steht es denn mit dem Datenschutz?
Riesen: Die Ärztekasse hat sich ausdrücklich verpflichtet, der Datensammelstelle nur anonymisiertes Datenmaterial zur Verfügung zu stellen. Zudem sind alle Mitarbeiter der Ärztekasse, die ja eine «Genossenschaft der Ärzte» ist, der gleichen Schweigepflicht unterstellt wie die Ärzte selbst.
Dr. Häuptli: Obwohl wir, wie gesagt, ausschliesslich mit anonymen Leistungsdaten arbeiten, ist uns natürlich sehr bewusst, dass das äusserst sensible Bereiche sind. Deshalb werden wir in Sachen Datenschutz mit jedem einzelnen Arzt eine Vereinbarung nach strengsten Kriterien treffen, ebenso mit der Ärztekasse, welche die gelieferten Daten nur im Auftrag und Sinne der Ärztegesellschaften verwerten kann, wobei die Datenhoheit beim einzelnen Datenlieferanten bleibt.
«checkup»: Was hat Sie veranlasst, das technische Management der Datensammelstelle an die Ärztekasse zu übertragen?
Dr. Häuptli: Einmal die Tatsache, dass sich die Ärztekasse schon seit Jahren erfolgreich mit elektronischer Datenauswertung befasst und in diesem komplexen Bereich über ein hervorragendes Know-how verfügt, von dem wir vielfältig profitieren können. Zum andern aber auch die Erfahrung, dass die Ärztekasse eine Institution ist, die ihre Loyalität zur Ärzteschaft immer wieder bewiesen hat.
«checkup»: Wie sehen Sie die weitere Entwicklung Ihres Projekts?
Dr. Häuptli: Nach dem Aufbau der Datensammelstelle ist ihre Ausweitung zu einem so genannten Trustcenter vorgesehen, dessen Hauptaufgabe darin bestehen wird, die Arztrechnungen auf elektronischem Wege an die Versicherer weiterzuleiten. Fernziel ist schliesslich die Schaffung einer eigentlichen Clearingstelle zur elektronischen Abwicklung der gesamten Finanzflüsse. Doch das ist im Moment noch Zukunftsmusik.
Precedente
download (0.19 MB)
checkup 08/2001
Economia
Informatica
TrustCenter
Politica sanitaria
Warten auf einen Wetterwechsel
Politica sanitaria
Was beschäftigt Sie, Herr Dr. Häcki?
Razionalizzazione
«Schneller, sicherer unkomplizierter ...»
Politica sanitaria

