Innovative Intensivstation
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Im Kinderspital Zürich gibt es eine neue Einrichtung: eine kinderfreundlich konzipierte Station für intensivmedizinische Langzeitpflege. Hier werden Kinder behandelt und betreut, die über einen grösseren Zeitraum künstlich ernährt, beatmet oder konstant mit Medikamenten versorgt werden müssen.
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Beat Müller,
Redaktor «checkup»
Redaktor «checkup»
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Die Abteilung Intensivmedizin in der Zürcher Universitäts-Kinderklinik ist die grösste dieser Art in der Schweiz und eine der führenden in Europa. Jedes Jahr werden hier etwa 1400 Kinder eingewiesen, zum Beispiel nach schweren Unfällen und komplizierten Operationen, aber auch wenn sie mit lebensbedrohenden Fehlbildungen zur Welt kommen oder bei der Geburt erkranken. Neben der Mehrzahl dieser Patienten - es sind über 80 Prozent -, die das Spital bald einmal geheilt und gesund wieder verlassen können, gibt es immer wieder einige, die über längere Zeit oder auch für immer eine konstante medizinische Betreuung benötigen.
In der neuen Abteilung für intensive Langzeitpflege werden Einrichtung und Atmosphäre - ganz im Gegensatz zur Intensivstation -, nicht mehr nur von der technischen, sondern auch von der sozialen Infrastruktur bestimmt. Hier gibt es neben den notwendigen Geräten und Apparaturen vor allem auch Begegnungs- und Bewegungsbereiche. Hier haben die Kinder die Möglichkeit zum Spielen, hier können sie, an einem Tisch, zusammen mit ihren Angehörigen essen und trinken oder Gedanken austauschen und Geschichten erzählen. Das wird durch eine Einrichtung erleichtert, bei der um jedes Krankenbett eine persönliche Sphäre geschaffen werden kann, sowie durch flexible Besuchszeiten, wobei für Mütter und Väter, die über Nacht auf der Station bleiben möchten, mobile Betten bereit stehen.
Für dieses Vorbereiten und Einüben der Angehörigen ist in der neuen Abteilung ein speziell geschultes Team gebildet worden, das auch dann mit Rat und Tat zur Verfügung steht, wenn das Kind wieder bei seiner Familie ist. Erleichtert wird die Entlassung nach Hause auch durch die Neuentwicklung von Beatmungs- und anderen Geräten, die so weit vereinfacht und auf die von Fall zu Fall notwendigsten Funktionen reduziert worden sind, dass sie von den Eltern problemlos bedient und überwacht werden können.
Zu den wesentlichen Elementen der neuen Station gehört auch ein differenziertes, auf die einzelnen Kinder abgestimmtes Angebot an Kunst- und Ausdruckstherapien, mit denen «alle fünf Sinne angesprochen und animiert» werden sollen. «Ich erlebe täglich, dass schöperische und spielerische Beschäftigungen für die kranken Kinder sehr hilfreich sind», sagt Stefan Uhlig, der als Kunst- und Ausdrucktherapeut im Kinderspital arbeitet. «Gerade für die Entwicklung jener Patienten, die über längere Zeit hier bleiben und intensivmedizinisch betreut werden müssen, ist es ganz wichtig, dass sie auf etwas reagieren und ihre Gefühle ausdrücken können - zum Beispiel mit Malen und Musizieren oder mit Gestalten und mit Spielen. Damit erhalten sie die Möglichkeit, in dieser ausgelieferten Spitalsituation, in der ja dauernd etwas mit ihnen gemacht wird, auch einmal selbst etwas zu machen. Das stärkt das Selbstvertrauen der Kinder, unterstützt den Selbstheilungsprozess und erleichtert die Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen.»
Stiftung (und Newsletter) Chance für das kritisch kranke Kind, Kinderspital Zürich, Steinwiesstrasse 75, 8032 Zürich, Telefon 01 266 78 09
ursula.hess@kispi.unizh.ch
www.stiftung-chance.ch
Keine kindergerechten Verhältnisse
Diese Kinder sind bisher, aus Mangel an anderen Möglichkeiten, auf der normalen Intensivstation versorgt worden, also in einer Umgebung, deren anonyme Hightech-Atmosphäre für das seelische Befinden eine zusätzliche Belastung bedeutet. «Tatsächlich sind das alles andere als kindergerechte Lebensverhältnisse», sagt Oskar Baenziger, leitender Arzt für Intensivmedizin und Neonatologie am Zürcher Kinderspital. «Und das war auch der Ausgangspunkt für dieses schon seit Jahren diskutierte Projekt einer Art von Rehabilitationsabteilung, die der Intensivstation angegliedert ist. Denn diese ist ein ausgesprochen kalter, funktionaler, von medizinischen Apparaturen bestimmter Ort, wo vor allem Hektik herrscht und oft um Leben und Tod gerungen wird. Da ist kaum Raum und auch kaum Zeit für die Bedürfnisse jener Patienten, die sich hier längerfristig aufhalten müssen, weil sich fast alles auf die Notfälle konzentriert.»Begegnungs- und Bewegungsraum
Aber auch für die Eltern und für die Geschwister der Kinder, die oft für Monate oder noch längere Zeit von medizinischen Massnahmen abhängig sind, können die Besuche auf der Intensivstation zu einem psychischen Problem werden. Dabei wäre ein naher und kontinuierlicher familiärer Kontakt gerade für diese so genannten kritisch kranken Kinder ganz besonders wichtig, weil sich dadurch Ängste mindern und somit auch Schmerzen lindern lassen.In der neuen Abteilung für intensive Langzeitpflege werden Einrichtung und Atmosphäre - ganz im Gegensatz zur Intensivstation -, nicht mehr nur von der technischen, sondern auch von der sozialen Infrastruktur bestimmt. Hier gibt es neben den notwendigen Geräten und Apparaturen vor allem auch Begegnungs- und Bewegungsbereiche. Hier haben die Kinder die Möglichkeit zum Spielen, hier können sie, an einem Tisch, zusammen mit ihren Angehörigen essen und trinken oder Gedanken austauschen und Geschichten erzählen. Das wird durch eine Einrichtung erleichtert, bei der um jedes Krankenbett eine persönliche Sphäre geschaffen werden kann, sowie durch flexible Besuchszeiten, wobei für Mütter und Väter, die über Nacht auf der Station bleiben möchten, mobile Betten bereit stehen.
Einbezug der Angehörigen
«Angestrebt wird mit diesem offenen Konzept», so Dr. Baenziger, nicht nur eine kindergerechtere Behandlung und Betreuung, sondern auch eine bessere Vorbereitung der Eltern auf die Anforderungen, die sich ihnen stellen werden, wenn ihre Kinder wieder zu Hause sind.» Denn die Erfahrung hat gezeigt, dass ein ungenügendes Training für diese schwierige Aufgabe schnell einmal dazu führen kann, dass Mütter und Väter so verunsichert werden, dass schliesslich nichts anderes übrig bleibt als eine erneute Hospitalisierung.Für dieses Vorbereiten und Einüben der Angehörigen ist in der neuen Abteilung ein speziell geschultes Team gebildet worden, das auch dann mit Rat und Tat zur Verfügung steht, wenn das Kind wieder bei seiner Familie ist. Erleichtert wird die Entlassung nach Hause auch durch die Neuentwicklung von Beatmungs- und anderen Geräten, die so weit vereinfacht und auf die von Fall zu Fall notwendigsten Funktionen reduziert worden sind, dass sie von den Eltern problemlos bedient und überwacht werden können.
Kunst- und Ausdruckstherapie
Da die häusliche Betreuung von kritisch Kranken eine 24-Stunden-Aufgabe ist, die hohe physische und psychische Anforderungen stellt, ist die Langzeitstation darauf eingerichtet und eingestellt, die Kinder von Zeit zu Zeit als Ferienpatienten wieder aufzunehmen, damit die Eltern ihrerseits Gelegenheit zur Erholung haben.Zu den wesentlichen Elementen der neuen Station gehört auch ein differenziertes, auf die einzelnen Kinder abgestimmtes Angebot an Kunst- und Ausdruckstherapien, mit denen «alle fünf Sinne angesprochen und animiert» werden sollen. «Ich erlebe täglich, dass schöperische und spielerische Beschäftigungen für die kranken Kinder sehr hilfreich sind», sagt Stefan Uhlig, der als Kunst- und Ausdrucktherapeut im Kinderspital arbeitet. «Gerade für die Entwicklung jener Patienten, die über längere Zeit hier bleiben und intensivmedizinisch betreut werden müssen, ist es ganz wichtig, dass sie auf etwas reagieren und ihre Gefühle ausdrücken können - zum Beispiel mit Malen und Musizieren oder mit Gestalten und mit Spielen. Damit erhalten sie die Möglichkeit, in dieser ausgelieferten Spitalsituation, in der ja dauernd etwas mit ihnen gemacht wird, auch einmal selbst etwas zu machen. Das stärkt das Selbstvertrauen der Kinder, unterstützt den Selbstheilungsprozess und erleichtert die Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen.»
Initiative Trägerschaft
Die Einrichtung der neuen Langzeitstation, zu der auch ein Schlaflabor gehört, in dem Kinder mit Atmungsproblemen systematisch untersucht und überwacht werden können, hat rund 700 000 Franken gekostet und wurde durch eine anonyme Gönnerin (oder einen Gönner) sowie vom Kinderspital und von der Stiftung Chance für das kritisch kranke Kind finanziert. Diese Interessengemeinschaft, die von betroffenen Eltern gegründet wurde, will den Betrieb und den weiteren Ausbau der Station auch in Zukunft massgeblich unterstützen - und zwar nicht nur in Form von Geld, sondern auch durch freiwillige Mitarbeit von Laien und Fachleuten.Stiftung (und Newsletter) Chance für das kritisch kranke Kind, Kinderspital Zürich, Steinwiesstrasse 75, 8032 Zürich, Telefon 01 266 78 09
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www.stiftung-chance.ch
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